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Postmodern links – Ein Appell an Systematik und Selbstreflexion | Ein Vortrag von Ilse Bindseil

29. April , 19:00 21:00

Dass links wie alle anderen gesellschaftlichen Erscheinungen dem Zeitgeist unterworfen ist, wird in einer Art Retrospektive, auch einer persönlichen Aufarbeitung gezeigt, dass links sich an einem Gesamtbegriff von Gesellschaft bewähren muss, in einer abstrakten Überlegung verdeutlicht.

Ergänzung: Zur Frage, wie es heute mit „links“ steht, könnten sich andere und ungleich kompetenter äußern. Ich verstehe die Frage an mich, die ich keine ausgewiesene, eher eine aus den kritisch-theoretischen 68ern übriggebliebene Linke bin, so: Was kann ich beitragen zu einer Bestimmung von links?

Beitragen kann ich, erstens, etwas zum gedanklichen Hintergrund von links. Um einen tragenden, auch einen schlagkräftigen Begriff, ein Programm mit ihm verbinden zu können, muss er auf Voraussetzungen fußen, über die ich mir als einen vitalen Teil meiner Überzeugung klarwerden muss. Sich die Existenz solcher Voraussetzungen bewusst zu machen, den Austausch über sie und mit ihnen zu pflegen, dazu sollen meine Überlegungen einladen. Dass es sich dabei um alles andere als um „graue Theorie“ handelt, davon sollen sie hoffentlich überzeugen.

Beitragen kann ich, zweitens, etwas zum kurzen Abschnitt meiner Geschichte mit „links“. Da für mich Wahrheit nur in der Form – deutlicher: im Verlauf − der Auflösung falscher Vorstellungen existiert, kann ich den von mir erlebten Abschnitt linker Geschichte nur als eine Geschichte weniger von Irrtümern und Lügen als vielmehr von geborgten Verkörperungen erzählen. Als „genuin links“ bleibt dabei eigentlich nur die Haltung rigoroser Selbstkritik und, auf der affirmativen Seite, das Vertrauen in „links“ als ein dem Kantischen „Geschichtszeichen“ analoges „Begriffszeichen“ übrig, das mich auf dem rechten Weg hält.

disput e.V.

disputhek

Leipziger Str. 84
Dresden, 01099 Deutschland
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