• „Der Jordan fließt nicht mehr seit weit vom Iran“ | Redebeitrag Leipzig 17.01.2026
    Ende 1978 besuchte Michel Foucault den Ajatollah Khomeini in seinem Pariser Exil. In Artikeln lobpreiste Foucault die „politische Spiritualität“ des Revolutionsführers und verschloss die Augen vor dem Antisemitismus und der Misogynie, die der Ajatollah schon damals offen propagierte und die einen Kern seines politischen Programms ausmachten. So erklärte Foucault: „Unter einem ‚islamischen Staat‘ versteht niemand im Iran ein politisches Regime, in dem der Klerus die Leitung übernähme oder den Rahmen setzte.“ Und weiter schwärmte er: „Wie stark würde Khomeinis ‚religiöse‘ Bewegung werden, wenn sie sich die Befreiung Palästinas zum Ziel setzte? Der Jordan fließt nicht mehr sehr weit vom Iran.“
  • „Ein Antizionist, das ist ein Humanist“ Bemerkungen zu einer Rede einiger Genossen von alea | Ein Text von Viktor R.
    Am 9. November hielten „einige Genossen von alea“ einen Redebeitrag auf einer Gedenkkundgebung zum Jahrestag des Novemberpogroms. Im Wesentlichen besagt ihr Beitrag, dass Antisemitismus und Antizionismus tatsächlich zwei verschiedene (wenn auch ähnliche) Paar Schuhe sind und es deshalb zu nichts führt, Antizionisten als Antisemiten betiteln zu wollen. Die Genossen berühren einige wichtige Widersprüche, lösen sie aber leider undialektisch auf.
  • Warum eine Bibliothek? – Nachschlag zur Eröffnung der disputhek
    Der audio-visuelle Input „Wir packen unsere Bibliothek aus“ von kssndrswk gibt keine Antwort auf die Frage “Warum eine Bibliothek?”, sondern lässt Bilder und Erinnerungen entlang eines Textes von Walter Benjamin vorbeiziehen. Er dreht sich in assoziativer Weise um die Frage, wie aus Einzelnen ein Ganzes, wie aus Büchern eine Bibliothek wird. Der Blick schweift ab auf Bleisatz, Papiermaschinen und Getriebe; die Gedanken auf die Schrullen echter Sammler und in die Benjaminsche auratische Ferne; und auf verfehlte Formen.
  • Vom Klimastreik zur Intifada – Das antizionistische Erwachen der Generation Fridays for Future | Ein Text von Dalis Adaphe
    Was die einstigen Klimaaktivisten in der Identifikation mit den Palästinensern an Israel bekämpfen, ist das bereits im Klimastreik kultivierte diffuse Schuldgefühl als Teil der westlichen Gesellschaft; ein Unbehagen an der Moderne, welches sich an ihren Destruktivmomenten entzündet. Nicht um die bestimmte, sondern um die abstrakte Negation dieser Gesellschaft geht es ihnen: zurück zum status quo ante, wie sie ihn in den Völkern des globalen Südens zu erkennen glauben.
  • Beiträge zur Frage „Warum kritische Theorie?“
    Die Eröffnung der disputhek wurde von kurzen Vorträgen und Kommentaren begleitet, welche die Fragen „Warum kritische Theorie?“ und „Warum eine Bibliothek?“ diskutierten. Jene zur ersten Frage können an dieser Stelle nachgelesen werden. Diskussionsbeitrag: Die Frage „Warum Kritische Theorie“ scheint einerseits sehr einfach zu beantworten zu sein, mit einem schlichten: weil es nötig ist. Oder, um es ausführlicher zu machen, vielleicht auch eher das „weil es nötig ist“, in seiner Nachdrücklichkeit zu bestimmen, ist auf den kategorischen Imperativ von Marx und Adorno zu verweisen. Die da lauten: „alle Verhältnisse umzuwerfen, in denen der Mensch ein erniedrigtes, ein geknechtetes, ein verlassenes, ein… Beiträge zur Frage „Warum kritische Theorie?“ weiterlesen

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