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Über den Freiburger Materialismus | Ein Vortrag von Jörg Finkenberger

6. Juli , 19:00 21:00

Von Joachim Bruhn stammt die Bemerkung, Guy Debord habe letztlich nur einen zitierfähigen Satz hinterlassen: „Die Wahrheit dieser Gesellschaft ist die Negation dieser Gesellschaft.“ Nach längeren Vorhaltungen ließ er gelegentlich noch einen zweiten gelten: „In der wirklich verkehrten Gesellschaft ist das Wahre nur ein Moment des Falschen.“ Beides sind schöne Sätze, vor welchen der Marxist steht wie der Ochs vorm Berge.

Die Geschichte des Marxismus ist auch die eines ausgebliebenen Übergangs: des Übergangs zum Materialismus. Stattdessen hat man sich daran gewöhnt, die Kritik der Gesellschaft im Verhältnis von Theorie und Praxis zu behandeln. Die Theorie soll erklären, die Praxis verwirklichen, was jene zuvor erkannt hat. In der Philosophie blieb man dergestalt Hegelianer, in der Praxis wurde man autoritär – beides stützt sich gegenseitig.

Stattdessen ginge es um das Verhältnis von Kritik und Krise. Was aber soll das heißen? Sehen wir uns einmal nach den Grundlagen des sogenannten Freiburger Materialismus um, einfach auf den Verdacht hin, dass man dort vielleicht dazumal recht gehabt haben könnte. Vielleicht finden wir auch eine Antwort auf die Frage, die sich in linken Kreisen alle stellen und die doch niemand ernsthaft auszusprechen wagt: Was ist das eigentlich, Materialismus?

disputhek

Leipziger Str. 84
Dresden, 01127
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